CDU Neulussheim

Kommunen, Bund und Land – Hand in Hand

Sturm und Gutting zu Antrittsbesuch bei Hockenheims Bürgermeister Matthias Beck – Themen u.a.: Aquadrom, Schulbau, Realschule und Sozialleistungen

Hockenheim. Der neue Hockenheimer Bürgermeister Matthias Beck hat im Rahmen eines offiziellen Antrittsbesuchs den Landtagsabgeordneten Andreas Sturm (CDU) und den Bundestagsabgeordneten Olav Gutting (CDU) im Rathaus empfangen. Beide Abgeordnete haben ihr gemeinsames Wahlkreisbüro in der Rathausstraße 2 – direkt gegenüber dem Hockenheimer Rathaus – und kennen die politischen wie gesellschaftlichen Herausforderungen der Rennstadt aus nächster Nähe. Matthias Beck wurde am 13. November 2024 vom Gemeinderat zum neuen Bürgermeister gewählt und trat das Amt im Januar 2025 an. Nun stand der erste offizielle Austausch mit der Landes- und Bundesebene an.

V.l.n.r.: Olav Gutting MdB, Bürgermeister Matthias Beck und Andreas Sturm MdL. / Foto: BusseV.l.n.r.: Olav Gutting MdB, Bürgermeister Matthias Beck und Andreas Sturm MdL. / Foto: Busse

Wahlrechtsreform: "Wahlsieger dürfen nicht zu Wahlverlierern werden"

Bundestagsabgeordneter Olav Gutting erneuerte im Gespräch seine fundamentale Kritik am Wahlrecht, wie es durch die ehemalige Ampelregierung geändert wurde: „Das Wahlrecht muss wieder geändert werden. Die CDU hat in den benachbarten Wahlkreisen Rhein-Neckar, Heidelberg und Mannheim jeweils die Direktmandate gewonnen – aber die Wahlsieger erhielten kein Mandat. Das ignoriert den Wählerwillen.“ Auch Andreas Sturm stimmte dieser Einschätzung ausdrücklich zu und verwies auf die Bedeutung demokratischer Repräsentation vor Ort. 

Zukunft des Aquadroms: "Eine Schließung will niemand"

Intensiv diskutiert wurde auch die Zukunft des Aquadroms, das derzeit teilweise geschlossen ist. Auf der offiziellen Website heißt es aktuell: „Aufgrund eines technischen Defekts ist das Schwimmbad derzeit vollständig geschlossen, die Sauna und Salzgrotte sind regulär geöffnet. Wir informieren hier, wenn das Schwimmbad wieder geöffnet werden kann. Wir arbeiten mit Hochdruck an einer Lösung, um baldmöglichst wieder auch im Bad für Sie da zu sein.“ 

Bürgermeister Beck erläuterte: „Das große Schwimmbecken ist derzeit nicht nutzbar, weil die 45 Jahre alten Fliesen vom Boden hochgeplatzt sind. Diese wurden bereits entfernt, der Estrich muss noch raus. Die Sanierung wird sich bis in den Sommer ziehen – aber einen genauen Monat können wir aktuell nicht nennen.“ Zudem sei ein notwendiger Filtertausch bereits erfolgt, Kostenpunkt: 200.000 Euro. Beck: „Das waren 26 Lkw-Ladungen Sand für die neue Filteranlage – eine Investition nach der anderen.“ Eine Modernisierung sei derzeit nicht denkbar, so Beck: „Finanziell stehen wir eng. Wir sind zwar handlungsfähig, aber für größere Würfe fehlen die Mittel.“ 

Sturm würdigte die doppelte Funktion des Aquadroms: „Es ist ein wichtiger Mix aus Lehrschwimmbecken für Schulen und Freizeitbad für Familien – das ist toll, aber macht es auch komplex. Die Konkurrenz ist da, etwa mit der Thermen- und Badewelt Sinsheim." Gutting erinnerte sich an persönliche Erlebnisse: „Ich war als Kind gefühlt jede Woche im Aquadrom – einmal bin ich sogar ausgerutscht, hatte ein Loch im Kopf und musste genäht werden.“ Alle drei betonten unisono: „Eine Schließung des Aquadroms will niemand.“ Das Bad sei essenziell für den Schwimmunterricht, für Vereine und für die Menschen aus der Region.

Realschulneubau, Sozialleistungen und wirtschaftliche Entwicklung

Ein weiteres Thema war der mögliche Neubau der Theodor-Heuss-Realschule. Die Schule leide unter erheblicher Raumnot und baulichem Sanierungsstau. Mit Blick auf die eigenen Finanzen forderte die kommunale Seite daher Unterstützung von Land und Bund – insbesondere auch im Blick auf eine nachhaltige Finanzierung in wirtschaftlich angespannten Zeiten. Ferner ging es im Dialog um die Sprachförderung im Kindergarten, die Zusammenarbeit mit dem Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg (KVJS), die wirtschaftliche Lage Hockenheims und Sozialleistungen. Beck: „Ein Gastronom, der kaum noch Arbeitskräfte findet, sagte kürzlich zu mir: Mein größter Konkurrent ist aktuell der Staat mit seinem Bürgergeld.“ (Text/Foto: Matthias Busse)