CDU Neulussheim

Verabschiedung von Landrat Stefan Dallinger – Bedeutung des Kreistags für Neulußheim

Neues aus dem Gemeinderat

Bild: Ria Lehmayer, Thomas Birkenmaier, Claudia Piorr, Andreas SturmBild: Ria Lehmayer, Thomas Birkenmaier, Claudia Piorr, Andreas Sturm

Nach 16 Jahren an der Spitze des Rhein-Neckar-Kreises wurde Landrat Stefan Dallinger feierlich verabschiedet. Für die CDU Neulußheim nahmen Fraktionsvorsitzender Thomas Birkenmaier, der seit 17 Jahren dem Kreistag angehört, sowie Gemeinderat Andreas Sturm an der Veranstaltung in Angelbachtal teil.

Mit dem Abschied Dallingers endet eine prägende Amtszeit, in der zentrale Zukunftsthemen des Kreises vorangebracht wurden. Zu seinen Schwerpunkten zählten insbesondere Digitalisierung, Klimaschutz, Wirtschaftsförderung und Kultur. So entwickelte sich die Wirtschaftsförderung des Kreises zu einem wichtigen Ansprechpartner für Unternehmen – gerade auch bei der Gewinnung internationaler Fachkräfte.

Ein bedeutendes Projekt war der flächendeckende Glasfaserausbau im Rhein-Neckar-Kreis. Mit dem sogenannten „Backbone“ wurde unter Dallinger die Grundlage für eine moderne digitale Infrastruktur geschaffen. Insgesamt konnten allein für den Breitbandausbau rund 83 Millionen Euro an Fördermitteln eingeworben werden – ein entscheidender Standortfaktor, auch mit Blick auf Homeoffice und die Zukunftsfähigkeit der Kommunen.

Auch finanziell war die Entwicklung des Kreises lange von Stabilität geprägt. Die Kreisumlage konnte über viele Jahre unter dem Durchschnitt in Baden-Württemberg gehalten werden. Erst in jüngerer Zeit führten schwierige Haushaltslagen zu einem Anstieg. Mit einem Gesamtvolumen von erstmals über einer Milliarde Euro erreicht der Kreishaushalt 2026 einen historischen Höchststand, wobei die Kreisumlage als wichtigste Einnahmequelle rund 396 Millionen Euro ausmacht.

Parallel dazu wurden zentrale Einrichtungen modernisiert und ausgebaut. Insbesondere die GRN-Kliniken, etwa in Weinheim und Sinsheim, wurden gestärkt und tragen maßgeblich zur Gesundheitsversorgung in der Region bei. Auch im Bereich Umwelt und Energie setzte der Kreis Akzente – etwa durch den AVR-Verbund als modernen Entsorger sowie durch Investitionen in Biomasse und Photovoltaik.

Während der Gemeinderat für viele Bürgerinnen und Bürger besonders sichtbar ist – etwa durch konkrete Projekte wie einen Hallenneubau, einen Kreisverkehr oder neue Baugebiete – werden zentrale Weichenstellungen auf Kreisebene getroffen. Der Kreistag übernimmt Aufgaben, die für einzelne Gemeinden wie Neulußheim allein nicht zu leisten wären.

Dazu gehört vor allem die finanzielle Steuerung über die Kreisumlage, die direkten Einfluss auf den kommunalen Haushalt hat und damit den Handlungsspielraum vor Ort bestimmt. Ebenso verantwortet der Kreis die Gesundheitsversorgung mit den Kreiskliniken sowie den Rettungsdienst – Bereiche, die für die Bürgerinnen und Bürger unmittelbar spürbar sind.

Auch im Bereich Verkehr und Infrastruktur setzt der Kreis wichtige Rahmenbedingungen, etwa bei Busverbindungen, dem öffentlichen Nahverkehr und den Kreisstraßen. Hinzu kommen zentrale Aufgaben in der Bildungs- und Sozialpolitik, beispielsweise bei Berufsschulen, sonderpädagogischen Angeboten, der Jugendhilfe oder den Sozialleistungen. Nicht zuletzt organisiert der Kreis die Abfallwirtschaft und treibt Maßnahmen im Umwelt- und Klimaschutz voran.

Thomas Birkenmaier setzt sich in seiner Funktion als Kreisrat seit vielen Jahren für diese Themen ein und vertritt die Interessen der Gemeinde Neulußheim auf Kreisebene. Künftig wird Manuel Just diese Aufgabe übernehmen: Der bisherige Oberbürgermeister der Stadt Weinheim rückt als neuer Landrat nach.

Die Verabschiedung von Stefan Dallinger markiert damit nicht nur einen personellen Wechsel an der Spitze des Kreises, sondern unterstreicht auch die zentrale Bedeutung des Kreistags für die Entwicklung der Kommunen vor Ort. Seine Arbeit wurde über Parteigrenzen hinweg gewürdigt – unter anderem durch Staatssekretär Thomas Blenke sowie dem Vorsitzenden des Bundesverfassungsgerichts Stefan Harbarth.